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Rooh schön

Ich war sehr scheu, doch für eine Karotte bin ich sogar näher gekommen. Ich war der Star aller Besucher und ich genoss die Aufmerksamkeit. Doch dann kam der verhängnisvolle Tag. Wie jeden Tag kam meine Betreuerin durch die Sicherheitsscheuse zu mir, um mir meine besonderen Leckerein zu bringen. Ich war schon ganz aufgeregt und sprang hin und her. Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel einen großen Hund auf mich zuspringen. Ich geriet in Panik und errinnerte mich nicht, daß zwischen dem Besucher und mir ein sicherer Zaun war.
Aus Angst sprang ich über meine Betreuerin und war plötzlich frei. So beschloss ich mir die Welt anzusehen. Ich kannte aber die Gefahren da draußen nicht und hoppelte über Felder und Straßen. Ich verstand nicht warum so viele uniformierte Menschen und meine ganzen Riedenhoffreunde mich versuchten einzukreisen. Ich hörte nur, daß man mit meinem Tierarzt aus Schönbrunn telefonierte und von Betäubung am nächsten Morgen sprach. Mich interessierte das alles nicht, denn ich wollte nun die Welt erkunden und am nächsten Tag zur Fütterung wieder daheim sein. Doch leider kam es nicht mehr dazu.

Um 3.00 in der Früh nahm mein Leben ein jähes Ende.